Beginnen Sie mit der Arbeit, die erledigt werden muss
Stellen Sie sich einen Wartungsbetrieb vor, der ein neues System plant. Ein Techniker beendet einen Einsatz, macht ein Foto und hält fest, was ausgetauscht werden muss. Im Büro prüft jemand den Einsatzbericht und plant den nächsten Termin. Das ist ein hypothetisches Beispiel, aber es macht die Entscheidung greifbar.
Der Techniker nutzt ein Smartphone. Im Büro stehen Computer. Damit ist klar, dass die Oberfläche auf verschiedenen Geräten funktionieren muss. Die wichtigen Fragen sind aber noch offen: Gibt es am Einsatzort Empfang? Muss das Foto sofort im Büro ankommen? Was passiert, wenn jemand die Anwendung mitten in der Arbeit schließt?
Solche Situationen sollten die Wahl zwischen einer Webanwendung und einer installierten App bestimmen. Wer zuerst nur die Bezeichnung festlegt, muss die schwierigen Fragen später trotzdem klären.
Ein Smartphone erfordert nicht automatisch eine installierte App
Eine Webanwendung wird im Browser geöffnet. Sie kann für Smartphones und große Bildschirme gestaltet werden. Eine installierte App ist Software, die Menschen auf ihrem Gerät installieren. Manche Webanwendungen lassen sich ebenfalls installieren. Die Kategorien überschneiden sich also. „Installiert“ sagt noch nichts darüber aus, wie die Software entwickelt wurde.
Entscheidend ist, ob die geplante Lösung die nötige Arbeit auf den tatsächlich verwendeten Geräten ermöglicht. Auch mit einer Webanwendung kann es beispielsweise möglich sein, Fotos aufzunehmen. Googles Leitfaden zu den Funktionen von Webanwendungen beschreibt verfügbare Gerätefunktionen und Unterschiede bei der Unterstützung. Browser, Gerät und Berechtigungen spielen dabei eine Rolle. Wenn eine Funktion auf einem Smartphone läuft, sagt das wenig über die übrigen Geräte Ihres Teams aus.
Beschreiben Sie besonders genau, welche Benachrichtigungen nötig sind und welche Arbeit weiterlaufen muss, nachdem jemand die App verlassen hat. Prüfen Sie das Verhalten auf jedem vorgesehenen Gerät, auch wenn eine Berechtigung verweigert wird. Ebenso sollten Sie das Verhalten einer installierten Alternative überprüfen, statt es vorauszusetzen.
„Funktioniert offline“ braucht eine genauere Erklärung
Unser Techniker muss vielleicht im Keller ohne Empfang die Notizen vom Vortag lesen. Einen neuen Einsatzbericht zu speichern, ist eine andere Anforderung. Ein großes Foto hochzuladen, ist wieder eine andere. Legen Sie fest, welche dieser Aufgaben funktionieren müssen, bevor Sie über die Umsetzung entscheiden.
Ohne Empfang lesen
Welche Informationen müssen bereits auf dem Smartphone sein? Legen Sie fest, was der Techniker sehen muss und woran er erkennt, dass die Daten veraltet sein könnten.
Neue Arbeit speichern
Können Einsatzbericht und Foto zunächst auf dem Gerät bleiben? Für den Techniker muss klar sein, ob seine Arbeit nur dort gespeichert wurde oder bereits im Büro angekommen ist.
Später wieder verbinden
Was geschieht, wenn das Büro denselben Einsatz geändert hat, während das Smartphone offline war? Vereinbaren Sie, welche Änderungen erhalten bleiben und wann ein Mensch entscheiden muss.
Ob im Browser oder als installierte App: Für diese Situationen ist eine durchdachte Umsetzung nötig. Die Installation allein klärt weder die Datenspeicherung noch den Umgang mit widersprüchlichen Änderungen. Die Android-Dokumentation zu Offline-Anwendungen erläutert diese Unterschiede für Android-Apps. Sie zeigt den nötigen Aufwand, ist aber keine Zusage für jede Plattform.
Testen Sie die Aufgabe, die Ihre Entscheidung ändern könnte
Bevor Sie das ganze System in Auftrag geben, lassen Sie die schwierigste Anforderung in einer kleinen Vorführung testen. In unserem Beispiel heißt das: einen Einsatz auf einem repräsentativen Smartphone öffnen, die Verbindung unterbrechen, Bericht und Foto speichern und die Verbindung wiederherstellen. Verwenden Sie erfundene Einsatzdaten und Testfotos in einer getrennten Testumgebung. So kann der Versuch weder einen echten Auftrag ändern noch etwas an einen Kunden senden. Falls relevant, vergleichen Sie dieselbe Aufgabe im vorgesehenen Browser und in der installierten Alternative.
Beobachten Sie, was die Person sieht, wenn etwas schiefgeht. Erkennt sie, ob ihr Bericht sicher gespeichert ist? Kann sie nach einer Unterbrechung weitermachen? Was passiert, wenn sie den Kamerazugriff verweigert? Eine Vorführung in der vorgesehenen Umgebung ist eine solidere Grundlage als der Name einer Funktion in einem Angebot.
Halten Sie fest, welches Gerät und welchen Browser Sie bei der Vorführung verwendet haben, was funktioniert hat und was noch nicht unterstützt wird. Überdenken Sie die Wahl, wenn für eine wesentliche Aufgabe weiterhin keine praktikable Lösung vorliegt.
Berücksichtigen Sie Zugang und laufenden Betrieb
Fragen Sie, wie Mitarbeitende oder Kunden Zugang erhalten, wie Updates bei ihnen ankommen und wer Probleme behebt. Wenn ein App-Store oder ein betriebliches System zur Geräteverwaltung vorgesehen ist, berücksichtigen Sie die dafür nötige Arbeit und die Anforderungen. Gehen Sie nicht davon aus, dass Freigabe oder Verteilung automatisch erfolgen.
Sie können sich für eine Webanwendung, eine installierte App oder verschiedene Versionen für unterschiedliche Aufgaben entscheiden. Für den Techniker und das Büro könnte eine Kombination passen. Jede Version muss jedoch bereitgestellt, aktualisiert und unterstützt werden. Beziehen Sie diesen Aufwand in den Vergleich von Angeboten ein.
Bei LINK-V bieten wir individuell entwickelte mobile Apps und Webanwendungen an. Wenn Sie über eine dieser Möglichkeiten sprechen, bringen Sie die Situationen mit, die Ihre Software bewältigen muss. Ausgangspunkt sind die Aufgaben, die Menschen erledigen sollen, ihre Geräte und die Bedingungen, unter denen sie arbeiten. Umfang, Support und Konditionen lassen sich dann für das konkrete Projekt vereinbaren.
Fragen vor Ihrer Entscheidung
Kann eine Webanwendung offline funktionieren?
Sie kann so entwickelt werden, dass bestimmte Aufgaben ohne Verbindung funktionieren. Legen Sie fest, welche Informationen gelesen oder gespeichert werden müssen, was auf dem Gerät bleibt und was bei der erneuten Verbindung geschieht. Prüfen Sie das benötigte Verhalten auf den vorgesehenen Geräten und Browsern.
Braucht man für Fotos eine installierte App?
Fotos aufzunehmen kann auch in einer Browseranwendung möglich sein. Unterstützung und Berechtigungen hängen von der vorgesehenen Umgebung ab. Führen Sie die gesamte Fotoaufgabe deshalb vor der Entscheidung auf repräsentativen Geräten vor.
Sollten Mitarbeitende eine App installieren, weil sie Smartphones nutzen?
Die Nutzung eines Smartphones allein entscheidet das nicht. Berücksichtigen Sie Aufgaben, benötigte Gerätefunktionen, Verbindungsbedingungen sowie Zugang und Updates. Eine installierte App, eine Webanwendung oder eine Kombination kann passen.