5 Sekunden Ladezeit sind nicht akzeptabel. Trotzdem sind sie die Norm.

Wenn du ein Programm startest, eine App öffnest oder eine Website lädst, wartest du wahrscheinlich mindestens ein paar Sekunden. Das ist normal.

Eigentlich sollte es das nicht sein.

Sobald deine Kunden einmal schnelle Ladezeiten und Reaktionen erlebt haben, wechseln sie nie wieder zur Konkurrenz – wenn sie den Unterschied zwischen deiner schnellen App und der langsamen App des Wettbewerbers spüren, geht ihnen die langsame gehörig auf die Nerven.

Wie du dir diesen Vorteil verschaffst, ein paar Fakten aus der Praxis und was du deinen Entwickler fragen solltest? Alles in diesem Artikel.

5 Sekunden Ladezeit sind nicht akzeptabel. Trotzdem sind sie die Norm.

Wie schnell kann es wirklich gehen?

Das hier ist kein technischer Artikel, also überfliegen wir nur ein paar grundlegende, gut verständliche Zahlen und vergleichen sie mit der Realität.

Eine günstige CPU in einem Billig-Handy verarbeitet Milliarden von Befehlen pro Sekunde – mal mindestens 2 Kerne (im Grunde 2 Recheneinheiten).

Das Lesen von Daten von modernen Datenträgern liegt im Bereich von Tausenden Megabyte pro Sekunde – auch das wieder selbst auf einem Billig-Handy.

Die Übertragung über das Internet liegt im unteren Bereich bei Hunderten Megabyte pro Sekunde.

Der Vergleich

Nehmen wir zuerst das langsamste Produkt. Eine hochwertige Webseite ist direkt nach dem Laden im größeren Fall vielleicht 15 bis 25 Megabyte groß.

Das heißt: Alles eingerechnet solltest du den Link in einen geöffneten Browser eingeben und die Website nach etwa 1 bis 2 Sekunden sehen – vollständig geladen.

Nehmen wir eine App auf deinem Handy: Das sind Dateien, die auf deinem Gerät gespeichert sind, also kommt hier keine Internetverbindung (die langsamste Geschwindigkeit) ins Spiel. Bei Geschwindigkeiten von Gigabyte pro Sekunde sollte sich eine typische App in 0,15 bis 0,25 Sekunden öffnen und funktionieren.

In einer geöffneten App, einem Programm oder einer Website läuft eine Interaktion nur über die schnellsten Geschwindigkeiten der CPU und manchmal der GPU. Wenn du auf einen Button klickst, sollte das buchstäblich sofort sichtbare Ergebnisse auf deinem Bildschirm haben.

Die aktuelle Realität

In der Praxis ist es nicht immer möglich, diese Geschwindigkeiten zu erreichen. Aber wie du dir denken kannst, ist der Sprung von 1 bis 2 Sekunden auf 5 Sekunden Ladezeit ebenfalls nicht nötig – deine Website kann sich trotzdem in 2 bis 3 Sekunden öffnen. Und das gilt für eine wirklich große Webseite, der eine gute Optimierung fehlt.

Was solltest du deinen Entwickler fragen?

Du musst Technik und Programmierung nicht im Detail verstehen. Es geht hier nicht darum, ein Tech-Vorstellungsgespräch zu führen.

Der Stack

Beginne mit der Frage: „Was ist dein Stack?“ Diese Frage zielt darauf ab, mit welchen Tools und Technologien gebaut wird und worauf aufgebaut wird. Wenn der Entwickler anfängt, dir von all den coolen Technologien zu erzählen, die er einsetzt, ist das ein Warnsignal. Genauso, wenn Begriffe wie „Webview“ fallen.

Warum? Weil der größte Teil der heutigen langsamen Software auf etwas aufbaut, das schon vorher gebaut wurde, das wiederum auf etwas anderem aufbaut, das davor gebaut wurde. Es ist eine Kette. Das heißt, all die oben genannten Geschwindigkeiten – die nach wie vor gelten – müssen nicht nur dein Projekt verarbeiten, sondern viele Schichten.

WordPress ist langsam, weil es alles macht, auch wenn du es gar nicht brauchst.

Messen

Die zweite Frage ist, wie sie die Geschwindigkeit messen. Und welche Geschwindigkeitsziele sie haben.

Überraschend viele Entwickler sagen, dass 5 Sekunden das Ziel sind. Das ist ein weiteres Warnsignal. Genauso, wenn sie keine richtige Antwort darauf haben, wie sie messen – oder wenn die Antwort lautet: „Wir öffnen es und schauen.“

Mit eigenen Augen zu sehen und es zu spüren ist ein notwendiger Teil des Testens. Aber es ist auch die Wurzel vieler „Bei mir funktioniert es“-Probleme.

Du solltest anfangen, Geschwindigkeitsmetriken einzufordern

Es ist mehr Aufwand, dein Projekt richtig zu machen. Aber nicht so viel, wie du vielleicht denkst.

Bei kleinen Projekten (etwa Single-Page-Websites) gibt es keinen messbaren Aufwandsunterschied zwischen einem Neuanfang und der Nutzung bestehender Tools. Große Projekte erfordern sorgfältige Planung, das Abwägen von Vor- und Nachteilen und das Wissen, warum man sogenannte Frameworks einsetzt.

Teil deiner Produktspezifikation sollte nicht nur sein, wie das Produkt funktionieren soll, sondern auch, wie schnell es sein soll. Das ist ein sehr wichtiges Gespräch.

Aus unserer Praxis wissen wir, dass dieses Gespräch für eine nicht-technische Person unangenehm ist. Deshalb führen wir bei LINK-V unsere Kunden in einer Sprache durch den Prozess, die sie verstehen. Schließlich ist Software die Schicht zwischen Mensch und Computer – und wenn wir die Software machen, handeln wir genauso.

Tom J. · LINK-V